Stellvertretend für die Mitglieder der HOG und alle, die sich mit Lugosch auch heute noch im Herzen verbunden fühlen und diesen Ort als Wiege ihres Lebens wertschätzen, habe ich im November 2003 diese schöne Stadt am Ufer der Temesch und ihre Bewohner besucht. Wenn auch die Zahl der deutschen Einwohner wegen der massiven Aussiedlung in den letzten 20 Jahren immer kleiner geworden ist, so hat dies der Gastfreundschaft doch keinen Abbruch getan. Heute wie damals findet jeder, der anklopft - ob Fremder oder Freund, ob angemeldet oder nicht - eine offene Tür, wird mit einem ehrlichen Willkommensgruß hereingebeten und herzlich zu Tisch bzw. zu einem Glas Wein eingeladen. Diese Selbstverständlichkeit, mit der die Gastfreundschaft dort seit jeher gepflegt wurde und immer noch wird, erwärmt das Herz jedes Menschen, dem sie zuteil wird, und ist sicherlich unerschütterlicher Bestandteil von dem, was wir heute noch mit dem Begriff "Heimat" verbinden.
Und "Heimat" wird Lugosch für all jene bleiben, deren Wiege in diesem Ort gestanden hat und die etwas später an der Hand der Eltern dort die ersten Schritte ins Leben gemacht haben, für die sich im Kindergarten eine neue Tür zum Leben außerhalb der schützenden Wände des Elternhauses aufgetan hat und die durch ihre Schulbildung in dieser Stadt eine gute Vorbereitung für die Zukunft und den Ernst des Lebens bekommen haben. Dasselbe bedeutet Lugosch auch heute noch den Wenigen, die –aus welchen Gründen auch immer – dort geblieben sind. Nur ist es für sie in der heutigen Zeit wesentlich schwieriger, in den Genuß einer angemessenen Aus- und Weiterbildung zu kommen, da diese unter den gegenwärtigen Gegebenheiten finanziell viel schwieriger zu erreichen ist und die Ausbildungsstätten ihrerseits auch nur einen sehr kargen Finanzierungsfond zugemessen bekommen und so keine großen Sprünge machen können. Aus diesem Grund sind finanzielle Hilfen jederzeit willkommen und werden nicht als eine Selbstverständlichkeit abgetan; man weiß sie dort wirklich noch wertzuschätzen und ist sehr dankbar schon für kleinste Beträge.
So
läßt sich auch die unverhohlene Freude von Frau Manuela Ienesca,
Leiterin des Kindergartens Nr.7, und Frau Gertrude Boboc, Leiterin des Kindergartens
Nr.13, nachvollziehen, denen ich jeweils eine Spende über 400,- € im Namen
der HOG Lugosch überreichen durfte. Während im ersten Kindergarten
die finanzielle Zuwendung für die Anschaffung eines Boilers so wie auch
für die längst fällige Erneuerung der Teppichböden verwendet
wurde, kam der Spendenbetrag in gleicher Höhe im zweiten Kindergarten den
Kindern direkt zugute: das Geld wurde ausschließlich für die Beschaffung
von Materialien zum Basteln und Werken für die Kinder eingesetzt, um so
bereits bei den Kleinsten Fingerfertigkeit und Kreativität zu fördern.
Die strahlenden Kinderaugen, in die ich schauen durfte, waren Dank genug für
die nicht selten unangenehme Aufgabe des Spendenaufrufs und würden so manchem
Spender das Herz noch weiter werden lassen!
Auch Frau Friedericke Bacau, Leiterin der Deutschen Abteilung der Grundschule "Anisoara Odeanu", hat sich ganz herzlich bedankt für die Spende von Kinderflöten und Notenständer im Wert von 300,- €.
So kann es durch die Schule auch Kindern, die aus ärmeren Verhältnissen kommen und sich finanziell keine eigene Flöte leisten können, ermöglicht werden, eine erweiterte musikalische Ausbildung zu bekommen bzw. ihr Talent auf dieser Ebene zu unterstützen und zu fördern. Auf diese Weise werden sie zu Kulturträgern, die mit ihrem Können heute schon bei den verschiedensten Festen die Besucher erfreuen und dies später auch an ihre Nachkommen weitergeben.
Pfarrer H.H.Butnaru war sichtbar angerührt von der Tatsache, daß die Besucher des Lugoscher HOG-Treffens in Denkendorf ihrer ehemaligen, in der alten Heimat verbliebenen Mitbürger der Stadt gedacht haben und die Gottesdienstkollekte von 145,75 € der römisch-katholischen Pfarrkirche von Lugosch zu spenden bereit waren. Nachdem ich erfahren hatte, daß damit eine wesentliche finanzielle Hilfe zur neuen Heizung des Kirchenschiffs beigesteuert werde, habe ich kurz entschlossen vom HOG-Konto den Spendenbetrag auf 250,- € erhöht. Ich hoffe sehr, daß dies im Sinne aller HOG-Mitglieder war, die ja vor Jahren noch selbst all ihre kleinen und großen Anliegen in dieser Kirche zu den Stufen des Altares niedergelegt und dort doch auch so manche Tröstung und Hilfe erfahren haben. Anschließend konnte ich mich noch davon überzeugen, daß die Friedhofskapelle von innen und außen neu renoviert ist, gut aussieht und sauber gehalten wird. Es tat mir gut, zu sehen, daß der Ort, wo unsere Vorfahren ihre wohlverdiente letzte Ruhe gefunden haben, trotz unserer Abwesenheit nicht verkommen ist und weiterhin in Ehren gehalten wird; und ich denke, daß dies auch bei manch anderem ein gutes und beruhigendes Gefühl im Herzen hinterlassen wird.
Sowohl von den Kindergärten und der Schule als auch vom Pfarramt sind Weihnachtsgrüße verbunden mit ausführlichem Dankesschreiben und den besten Wünschen für alle Mitglieder der HOG Lugosch beim Vorstand eingegangen. Auch über weitere finanzielle Unterstützung wäre man sehr dankbar – ganz besonders die Schulleitung für die Anschaffung von Computer und Kopierer, und der Kirchenvorstand für die Fertigstellung der Zentralheizung. Spenden werden gerne angenommen und können überwiesen werden auf das HOG Konto:
Hildegard Kanya c/o HOG
Konto Nr. 31456225
BLZ 600 501 01
Landesbank Baden-Württemberg Stuttgart
Auf Einladung des Vorsitzenden Rudolf Trost habe ich auch das Deutsche Demokratische Forum in Lugosch besucht. Dabei kam es zu einem sehr konstruktiven Gespräch mit dem Vorstand, der ganz besonders das bereits Erzielte so wie auch weitere Vorhaben beim Sitz des Forums zur Sprache brachte. Erörtert wurden auch weitere Möglichkeiten über eine fruchtbare Zusammenarbeit mit der HOG Lugosch , in deren Rahmen zugleich eine Weihnachtsfeier beim Sitz des Forums mit Unterstützung durch die HOG angedacht wurde. In der Adventszeit hat der HOG Vorstand dafür Sorge getragen, daß Weihnachtspäckchen nach Lugosch geschickt werden konnten. Diese wurden dann im Rahmen einer festlichen Weihnachtsfeier vom Nikolaus überreicht, haben so Kinderaugen abermals zum Leuchten gebracht und den Erwachsenen das Gefühl vermittelt, nicht vergessen zu sein. Wer nähere Informationen über derartige Aktivitäten des Forums in Lugosch erfahren möchte, kann dies bei der Lugoscher HOG Homepage unter www.hog-lugosch.de abrufen, wo man auch viel Wissenswertes von und über uns als auch über unsere Heimatstadt Lugosch erfahren kann. Ebenso kann jeder auch den Zugang zum Internet nutzen, um uns seine Meinung kundzutun, uns mit Anregungen zu unterstützen oder auch persönliche Änderungen mitzuteilen unter folgenden eMail-Adressen:
johann.szeghedi@hog-lugosch.de
arnold.szeghedi@hog-lugosch.de
Vielen Dank sei bei dieser Gelegenheit allen Landsleuten gesagt, die durch ihren Anruf oder ihr Schreiben bereits zur Richtigstellung bzw. Änderung ihrer Personaldaten beigetragen haben. Auch in Zukunft wäre ich sehr dankbar für jede Unterstützung in dieser Hinsicht.
Außerdem möchte ich noch darauf hinweisen, daß das Lugoscher Heimatblatt Nr.8 zum Preis von 8,- € zuzüglich Versandkosten bei mir als Vorsitzender der HOG angefordert werden kann. Es ist ein Büchlein mit vielen interessanten Beiträgen aus der alten und neuen Heimat, das sowohl im eigenen Bücherregal seinen Platz haben sollte wie auch als ganz persönliches Geschenk an die jüngere Generation Anwendung finden kann, um so Wissenswertes über Herkunft, Land und Leute, Kultur und Tradition auf diesem Wege weiterzugeben. Anders gesagt mit den Worten von Jean Jaurès: "Tradition bewahren heißt nicht, Asche aufbewahren, sondern eine Flamme am Brennen erhalten.
Johann Szeghedi
Vorstandsvorsitzender der HOG Lugosch