
Das Lugoscher Heimatblatt Nr.11 ist erschienen.
Ort
des Geschens: Denkendorf, Anfang Juni 2009.
In
gemütlicher Runde höre ich eine vertraute Stimme fragen, ob ich denn
in nächster Zeit viel zu tun hätte? Der dazugehörende Blick von
Heinrich Lay zu mir herüber schien vordergründig nichts zu verraten.
Was aber wiederum seiner lieben Frau ein wohlwissendes Lächeln auf´s
Gesicht zauberte. Beides zusammen konnte nur eines bedeuten und ich hörte
mich sagen: „ Ja, ich mach´s
!
Und
weil ein „gerne“ nicht alleine zurückbleiben wollte, schob ich´s
sofort hinterher.
Worum
geht´s eigentlich?
Von
zwei wichtigen Ereignissen an einem Tag soll hier berichtet werden, die beide
nun schon seit geraumer Zeit sehr eng miteinander verknüpft sind. Das Lugoscher
Treffen und das Erscheinen des Lugoscher Heimatblattes. Das eine kann man sich
ohne das andere kaum mehr vorstellen.
Vor
genau 20 Jahren fand das letzte Lugoscher Treffen in Ulm statt. Weil immer mehr
Lugoscher die Begegnung mit ihren Freunden und Bekannten aus der alten Heimat
suchten, platzten die Ulmer Stuben aus allen Nähten. Zwei nachhaltige Entscheide
wurden dort am 20.Mai 1989 vom damaligen Vorstand der HOG Lugosch getroffen:
Der Umzug des alle zwei Jahre stattfindenden Treffens nach Denkendorf und den
Vorschlag von Heinrich Lay gutzuheissen, parallel zu den Treffen ein Lugoscher
Heimatblatt herauszugeben.
Das
erste Lugoscher Heimatblatt sollte also zwei Jahre später am 25.Mai 1991
beim ersten Lugoscher Treffen in Denkendorf -
das achte insgesamt - erscheinen.
Das
inzwischen 18. Lugoscher Treffen fand dieses Jahr am 6.Juni 2009 in Denkendorf
statt und war auch diesmal willkommener Anlass und geeigneter Rahmen zugleich,
die Ausgabe Nr. 11 des Lugoscher Heimatblattes vorzustellen und den Lugoschern
ans Herz zu legen. dazu später mehr.
Begonnen
hatte das Treffen mit einem Gottesdienst, gestaltet von Paul Kollar und musikalisch
umrahmt von Erich Meixner, unterstützt von einem spontan zustande gekommenem
Chor.
Nach
dem gemeinsamen Mittagessen folgte der offizielle Teil der Veranstaltung mit
den Ansprachen von Hans Szeghedi, dem Vorsitzenden der HOG Lugosch. Im Anschluss
daran ergriff Herr Koppi seitens des Landesverbandes Baden-Württemberg
der Landsmannschaft der Banater Schwaben das Wort. Eine besondere Ehre erwies
uns mit seiner Anwesenheit der Bundesvorsitzende der Landsmannschaft der Banater
Schwaben, Bernhard Krastl, der in seiner Ansprache auf die diesjährigen
Jubiläen einging: 60 Jahre Bundesrepublik Deutschland und 20 Jahre seit
der Revolution von 1989 sowie auf die gelungene Integration der Banater Schwaben
in der Bundesrepublik Deutschland
Es
folgte Heinrich Lay am Rednerpult mit der Vorstellung des Lugoscher Heimatblatts
Nr.11. Als Abschluss des offiziellen Teils der Veranstaltung stand die Wahl
von 3 neuen Vorstandsmitgliedern an.
Neu
ins Gremium gewählt wurden Herbert Petri, Michael Lay und Bruno Bito.
Dazu
die bewährte Mannschaft des bisherigen Vorstandes zusammengesetzt aus:
Hans
Szeghedi – HOG Vorsitzender, Hildegard Kanya – Kassenwart, Anna Schuller - stv.Vorsitzende
und Schriftführerin, Phillip Müller, Heimathilfe und Organisation,
Arnold Szeghedi – Pressereferent und Martin Geiger – Kassenprüfer.
Ihnen
gilt unser Dank und Respekt für ihren selbstlosen Einsatz und ihre unermüdliche
Leistung, nicht nur betreffend Organisation und Durchführung des Lugoscher
Treffens. Darin einbezogen sei auch Heinrich Lay, für Konzept, Gestaltung
und Redaktion des Heimatblattes.
Nach einer kurzen Pause trat die Musik auf den Plan. Aus Würzburg angereist war das Duo ‚Günter & Werner‘, das zum Tanz aufspielte und für gute Stimmung bei Jung und Alt sorgte.
Zurück
zum Heimatblatt, von dem hier ja eigentlich die Rede sein soll:
Optisch
steht die Nummer 11. der Jubiläumsausgabe von vor zwei Jahren in nichts
nach. Ein echter Hingucker.
Inhaltlich
ist es eine gelungene Mischung aus Vergangenem und Gegenwärtigem, aus Willkommen
und Abschied, wobei diesmal auffallend viele Nachrufe das Gesamtbild des Blattes
prägen.
Doch
davor wird dem geneigten Leser der Einstieg leicht gemacht, denn letztes Jahr
wurde Heinrich Lay 80 Jahre jung und mir wurde die Ehre zuteil, Persönlichkeit
und Lebensleistung des Jubilars zu würdigen:
Ein
Garant für bleibende Erinnerungen.
Im
Gegensatz zu anderen Publikationen, die pro Jubilar nur einen Artikel zulassen,
und gerade damit für gehörigen Unmut in den Reihen derer gesorgt hatte,
die Heinrich Lay zu seinem Jubiläum persönlich Dank, Anerkennung und
Glückwünsche übermitteln wollten (aber nicht durften), ist das
Heimatblatt dankender Abnehmer und Verwerter.
Frau
Margarete Miculescu machte davon ebenso gerne Gebrauch, wie von der Vorstellung
der wissenschaftlichen Studie von Rita Megerle zum Thema: Das rumänische
Bildungssystem im Umbruch. Theoretischer Überblick und Konkretisierung
am Beispiel des Lyzeums Coriolan Brediceanu in Lugosch. Der Beitrag von M. Miculescu
trägt den Titel: Vom Banat an den Bodensee.
Und
so als müsste er es uns beweisen, dass die 80 noch lange nicht sein wahres
Alter wiedergeben, folgt der umfangreiche Artikel von Heinrich Lay über
das erste und älteste deutsche Heim in Lugosch, eng verknüpft mit
Leben und Wirken von Heinrich Anwender und dessen Verbindung zu A.M. Guttenbrunn.
Alleine die Bezugsquellen seiner Informationen zu diesem Thema verschlingen
zwei Seiten.
Lugosch,
eine Stadt der Künste, Dr. Franz Metz würdigt dies aus musikalischem
Blickwinkel, Frau Silvia Gruber in literarischer Hinsicht zum Thema Franz Xaver
Kappus und seiner Beziehung zu Lugosch.
Gegenwärtiges
aus Lugosch kommt in den Beiträgen von Eliane Schmidt zu Wort (die deutsche
Abteilung des National-Kollegiums „C. Brediceanu“ in den letzten Jahren (2002-2008)), von Peter Schlupp
über eine Lehrerfortbildung der besonderen Art in einem „Space-Camp“ in
Alabama (USA), von Rudolf Trost mit seinem Bericht über die Tätigkeit
des Demokratischen Forums der Deutschen aus Lugosch und von Gerd Richter, der
uns mit den neuesten Lugoscher Nachrichten auf dem Laufenden hält.
Besonders
gelungen und sehr anschaulich dokumentiert ist der Beitrag von Brigitte Zippert-Poursedighi,
die der spannenden Frage nachgegangen ist, weshalb Deutsch-Lugosch keinen Marktplatz
hat. Die Antwort dazu wird hier nicht verraten, dafür umso gerne die Bezugsquelle
des Heimatblattes:
Es
ist zu beziehen bei Johann Szeghedi, Ruprechtstr. 1, 84034 Landshut, Tel. 0871
/ 61589 zum Preis von 10,-€ (+Versand).
Und
nicht zuletzt die bereits erwähnten Nachrufe für diejenigen, die nicht
mehr unter uns sind: für Georg Hoffmann ( von Bruno Bito), für Elisabeth
David (von Hannelore Warres) und Walter Michael Klepper ( von Dr. Franz Metz
und von Hexa-Kunigunde Kirch).
An
dieser Stelle noch einmal einen besonderen Dank und Anerkennung an Heinrich
Lay für die redaktionelle Betreuung und für die gelungene Themenauswahl
der aktuellen Ausgabe des Lugoscher Heimatblattes. Wir alle sind gespannt und
freuen uns auf die Nr. 12 ebenso wie auf das nächste Lugoscher Treffen
im Jahre 2011.
Bruno
Bito